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Aquaponic: Gurken aus dem Aquarium

Ponganic…Foto: /PonganicHarnstoff der Fische dient dem Gemüse als Biodünger. Außergewöhnliche Kombination aus Fisch- und Gemüsezucht. Kid Möchel Kid Möchel 22.07.2016, 13:10 0.65k Shares Gurken, Salat und Tomaten – das beliebte Gemüse lässt sich nicht nur auf dem Acker, sondern auch in Fisch-Aquarien aufziehen. Diese Methode klingt im ersten Moment außergewöhnlich, doch schon die Azteken haben Aquaponic, so nennt man die Kombination von Aquakultur und Gemüseanbau, praktiziert. Sie bepflanzten Flöße und brachten sie auf Süßwasserseen aus. Damit glichen sie den schwachen Nährstoff-Zulauf ihrer Bergseen aus und erhöhten damit die Besatzdichte der Fische. 700 Jahre später macht diese gewiefte Kombination wieder von sich reden.

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inRead invented by Teads In Österreich gilt der Tierarzt und Agraringenieur Gerhard Zechner als der Aquaponic-Pionier. Seit 2011 betreibt er im burgenländischen Mönchhof eine Forschungsanlage mit vier Fischbecken mit je 500 bis 700 Liter Wasser. Auch in der Steiermark gibt es eine Anlage, die Gerhard Zechners Firma GNZ geplant hat.

Ponganic, Siegfried Hülsner, honorarfrei lt. Kid M… Foto: /PonganicSiegfried Hülsner Im April 2016 hat sein Sohn Gert gemeinsam mit Siegfried Hülsner die Wiener Start-up-Firma Ponganic gegründet. In der Nähe des Wiener Hauptbahnhofs ist eine eigene Aquaponic-Anlage geplant, die 2018 in Betrieb gehen soll. „Es eignen sich viele Gemüsearten dafür und insbesondere auch Kräuter“, sagt Zechner Junior. Vor allem Gemüsesorten wie Tomaten und Gurken, die in die Höhe wachsen, werden in Fischbecken eingesetzt. In den Wasserbecken schwimmen vor allem robuste Warmwasser-Speisefische, wie der afrikanische Wels und der Buntbarsch, die wie in jedem Zuchtteich gefüttert werden.

„Ihre Ausscheidungen gelangen ins Wasser, aber das Wasser wird gefiltert und durch biologische Filter umgepumpt“, erklärt Aquaponic-Experte Zechner die Methode. Dabei wird der Harnstoff der Fische mittels Bakterien am Ende in Nitrat umgewandelt. „In der konventionellen Fischzucht wird dieses nährstoffhaltige Wasser, also dieser Biodünger, vergeudet und in die Kanalisation abgelassen“, sagt der Fachmann. „Wir verwenden dieses gelöste Nitrat, sprich das nährstoffreiche Wasser, zum Aufziehen der Pflanzen.“ Etwa 25 Grad Celsius soll das Wasser haben, damit die Pflanzen diese Nährstofflösung effizient aufnehmen können.

Komplexe Aufzucht Was so simpel klingt, ist in Wahrheit ein sehr aufwendiger Aufzucht-Prozess. Für die Belüftung und die Umwälzung des Wassers wird viel Energie benötigt. Vor allem Glashäuser eignen sich für diese Kombi-Zucht. „Man schaut, wie viel Sonneneinstrahlung es gibt und wie viele LED-Lampen ich zusätzlich zur Stimulierung der Pflanzen brauche“, sagt Gert Zechner. „Im Sommer muss ich kaum zusätzlich beleuchten, im Winter aber schon.“ Nachsatz: „Der wirtschaftliche Vorteil von Aquaponic ist, dass ich das ganze Jahr züchten kann.“ Und, dass damit viele Hunderte Liefer-Kilometer für Gemüse und Fische aus dem Ausland wegfallen.

Ponganic, Gert Zechner, honorarfrei lt. Kid Möchel… Foto: /PonganicGert Zechner Die gezüchteten Speisefische werden hierzulande verkauft. Zechners Firma Ponganic eröffnet in wenigen Wochen in Wien-Margareten ihr erstes Lebensmittelgeschäft: einen sogenannten Concept Store.

„Es wird nicht nur Fisch aus unserem Familienbetrieb und Gemüse geben, sondern auch verschiedene Antipasti“, sagt Zechner. „Wir werden über das Thema Aquaponic aufklären.“ Zielgruppe sind auch Leute, die Aquaponic als eine Art Hobby betreiben möchten. Kleinere Anlagen kann man auch auf der Terrasse einer Stadtwohnung betreiben. Der Concept Store soll auch dem Verein Aquaponic-Austria (www.aquaponic-austria.at) als Treffpunkt dienen. In dem Wiener Feinkost-Geschäft werden überdies Partner wie die Pilzzüchter Hut & Stiel und andere ihre Spezialitäten feilbieten.

"Blün" bringt Aquaponik nach Wien

Stefan Bauer (l.) und Manfred Mautner Markhof (r.) bei den Fischbecken.5 Bilder Stefan Bauer (l.) und Manfred Mautner Markhof (r.) bei den Fischbecken. Das Team des Start-up-Unternehmens Blün verbindet in seinem Glashaus Fischzucht mit Gemüseanbau - und alles ohne Chemie.

DONAUSTADT. Fünf junge Männer, ein Projekt: Das Start-up Blün in der Donaustadt produziert frischen Fisch und frisches Gemüse – ganz ohne Chemie, Gentechnik oder Ressourcenverschwendung. Das Verfahren nennt sich Aquaponik und funktioniert so: Fische werden in großen Becken gezüchtet. Der Fischdung wird durch spezielle Bakterien in nitratreichen Dünger umgewandelt und versorgt die Gemüsepflanzen auf diese Weise mit Nährstoffen. Die Fische werden dabei artgerecht in Wiener Hochquellwasser gehalten, wobei nicht zu viele Fische pro Becken leben. WERBUNG

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Das Ganze ist also ein in sich geschlossener, biologischer Kreislauf und liegt damit genau im Bio-Trend. Blün wurde von fünf Freunden und Kollegen gegründet. Jeder der fünf ist für einen anderen Bereich zuständig: Stefan Bauer ist Tomatengärtner in Essling, Michael Berlin Landwirt und Fertigrasenproduzent, Bernhard Zehetbauer Gemüse- und ebenfalls Fertigrasenproduzent. Für Lebensmittel und Marketing ist Manfred Mautner Markhof zuständig, Agrarkonsulent ist Gregor Hoffmann.

Der Name des jungen Unternehmens setzt sich aus den Worten „Blau“ und „Grün“ zusammen. Blau steht für das Wasser und die Fischzucht, Grün für Pflanzen und den Anbau von Gemüse. „Wir sehen auf jeden Fall unsere Zukunft darin“, so Stefan Bauer. Von Welsen und Barschen bis zu Paprika, Tomaten und Melanzani reicht das vielfältige Angebot. Ab-Hof-Verkauf Das Team verkauft seine Produkte jeden Donnerstag und Freitag von 9 bis 17 Uhr in der Schafflerhofstraße 156. Die Produktliste ist auf der Facebook-Seite des Unternehmens zu finden. „Wir zeigen unsere Produktionsweise mit Stolz her“, so das Team auf seiner Website www.bluen.at

haus/projekte/aquaponic/grundsaetzliches/grundsaetzliches.txt · Zuletzt geändert: 2018/02/22 22:58 von walterk